Geschichte der Orgeln in der Christuskirche

Orgel in der Christuskirche

Vor dem Neubau der Kirche 1863 nutzte die evangelische Gemeinde in Königswinter einen Betsaal, in dem auch eine Orgel gestanden haben muß, jedenfalls belegt das der Königswinterer Pfarrer Ernst Rentrop in seiner Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Königswinter:
"Im August 1872 wurde die von dem Orgelbauer Adolph Ibach in Bonn für die Kirche gebaute neue Orgel, die dritte seit dem Bestehen der Gemeinde, aufgestellt und am 18. August eingeweiht."
Einzelheiten über die erwähnten drei Orgeln, insbesondere Klang, Disposition und Aussehen betreffend, sind leider nicht bekannt. Rentrop nennt lediglich den Preis der dritten gebauten Orgel:
"Die Gesamtkosten der Orgel beliefen sich nach Abzug von 100 Tl., wofür die alte Orgel verrechnet war, aber mit Einschluß von 15 Tl. 9 Sgr. 9 Pfg. Nebenkosten, auf 565 Tl. 9 Sgr. 9 Pfg., wovon 501 Tl. 12 Sgr. 3 Pfg. durch den Königswinterer Frauenverein beschafft worden waren." 
Dass bereits im Jahre 1901, also erst 19 Jahre nach der Weihe der Ibach-Orgel die Firma E.F. Walcker ihr Opus 905 bauten, lässt auf gravierende Mängel der alten Orgel schließen, seien sie nun technischer oder klanglicher Natur.
Walcker konzipierte ein völlig pneumatisches Werk, dessen Gehäuse nach Plänen des Honnefer Architekten Stein vom 23.02.1900 gefertigt worden war. Die Disposition der zweimanualigen Orgel (C-g3) samt Pedal (C-f1) sah wie folgt aus:

I. Manual

II. Manual

Pedal

Bourdon 16' Gemshorn 8' Subbaß 16'
Principal 8' Liebl. Gedeckt 8' Gedecktbaß 16' (Transm.)
Flöte 8' Aeoline 8' Violonbaß 8'
Viola di Gamba 8' Voix celeste 8'
Salicional 8' Flauto dolce 4'
Octav 4'
Mixtur 3f. 22/3

 

Spielhilfen: Manualkoppel II/I, Pedalkoppeln I/P, II/P, Kollektivzug Tutti, Koppel, II. Manual schwellbar.  

Das Instrument wurde 63 Jahre genutzt, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg muß die Pneumatik durch zunehmenden Verschleiß immer häufiger störanfällig geworden sein. Doch nicht nur das – auch das Klangideal der Zeit hat sich geändert. Die zutiefst romantische Disposition der Walcker-Orgel (grundtonlastig, viele Streicherstimmen, Schwebungen, etc.) war nun nicht mehr zeitgemäß. Ein Umbau kam also nicht in Frage, sodass im Jahre 1976 die Firma Gebrüder Oberlinger die heutige Orgel in das vorhandene Prospekt der Walcker-Orgel neu installierte.
Auf Zwillingsladen wurden zunächst 10 klingende Register gestellt, Oberlinger leistete damals aber bereits Vorarbeiten zu einer leichteren Erweiterung. Die Disposition der Orgel lautete 1976:  

 

 

 

I. Manual

II. Manual

Pedal

Rohrflöte 8' Gedeckt 8' Subbaß 16'
Principal 4' Blockflöte 4' Offenbaß 8'
Sesquialter 2f. Spitzoktav 2'
Mixtur 4f. 11/3 Quinte 11/3

 

Spielhilfen: Manualkoppel II/I, Pedalkoppeln I/P, II/P, Tremulant für die Zwillingslade.

1984 und 1986 wurde das Orgelwerk dann durch die Firma Peter aus Köln vervollständigt, die vakanten Registerstöcke besetzt und ein Generalschweller installiert. Dieser Zustand ist bis heute unverändert und die aktuelle Disposition lautet: 

 

 

I. Manual

II. Manual

Pedal

Rohrflöte 8' Gedeckt 8' Subbaß 16'
Principal 4' Blockflöte 4' Offenbaß 8'
Kleingedackt 4' Weitprincipal 2' Choralbaß 4'
Spitzoctave 2' Quinte 11/3
Sesquialter 2f. Cymbel 3f.
Mixtur 4f. 11/3 Schalmey 8'

 

Spielhilfen: Manualkoppel II/I, Pedalkoppeln I/P, II/P, Tremulant für die Zwillingslade und Generalschweller.

Das Instrument mit seiner besonders leichtgängigen Traktur erfreut auch heute noch durch seine Klangvielfalt die Gottesdienstbesucher. Es gilt also, das Werk zu erhalten und zu pflegen, fügt es sich doch optisch wie akustisch so passend in die Christuskirche ein.  

Literatur:Jurgilewitsch, Peter; Pütz-Liebenow, Wolfgang: Die Geschichte der Orgel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis. Bonn, 1990.

...findet am Sonntag Lätare, dem 26. März um 10:30 Uhr in der Auferstehungskirche mit Pfarrer i.R. Hans Kroh statt. Anschließend, wie immer, unser Kirchencafé. Herzliche Einladung!

...findet am Gründonnerstag, dem 13. April um 18:00 Uhr im Ernst-Rentrop-Haus unter dem Motto Wir halten zusammen statt. Herzliche Einladung!

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